Was wir wollen
TIMESOZIAL kombiniert verschiedene Best-Praxis-Modelle aus aller Welt zu einem komplementären Gesamtsystem (Tauschkreis, Zeitsparmodell, Barter-Ring, Regiogeld und Regionalfonds). Komplementäre Währungen sind mächtige Werkzeuge zur Regionalentwicklung und zur Stärkung von Regionen. Sie könnten in Zukunft einen Gegenpol zur Globalisierung und deren negativen Effekten bilden.
TIMESOZIAL will diese Werkzeuge allen Interessierten kostenlos zur Verfügung stellen (Handbuch, Werbematerial, Gutscheine, Nutzung von Marktzeitung und Zeitbank im Internet etc.).
TIMESOZIAL ist modular aufgebaut. Die Module können also nacheinander oder auch nur einzeln eingeführt werden. Das volle Potential kann erst durch Kombination aller Module, bei Beteiligung von tausenden Menschen und der Gemeinden ausgeschöpft werden.
TIMESOZIAL soll Ende September 2007 startbereit sein, und schrittweise im oberösterreichisch-bayerischen Grenzraum umgesetzt werden.
TIMESOZIAL ist in unabhängige Regionalgruppen gegliedert und will in ganz Bayern und Österreich tätig werden. Jeder(r) kann Mitglied werden, sich an einer bestehenden Regionalgruppe beteiligen oder eine neue Gruppe in seiner Region gründen.
Ziele von TIMESOZIAL
- Eine sog. Zeitbank als komplementäres Abrechnungs- und Währungssystem aufbauen.
- Die zinsfreie Finanzierung nachhaltiger sozialer, ökologischer und ökonomischer Aufgaben ermöglichen.
- Eine organisierte soziale Nachbarschaftshilfe als "Schmiermittel zur Nächstenhilfe" einführen.
- Ein Zeitvorsorgesystem (Zeitsparmodell) zur Abwicklung von mobiler Hlfe und Betreuung einführen.
- Ein Wirtschaftsnetzwerk zur Schaffung geschlossener regionaler Wirtschaftskreisläufe und zur Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen einführen.
Was ist Zeittausch?
"Von komplementären Währungen spricht man, wenn eine Gruppe von Menschen oder Unternehmen eine neue Währung als Tauschmittel akzeptieren. Es geht nicht darum die Landeswährung zu ersetzen, sondern um soziale Funktionen zu ergänzen, die die offizielle Währung nicht unterstützt."
Bernard A. Lietaer - internationaler Finanzexperte
Social Barter ist eine neue Bewegung aus dem englischsprachigen Raum und bedeutet "Soziales Tauschen". Bei dieser Form des Tauschhandels werden Dienstleistungen oder Waren ausgetauscht ohne dass dafür Geld verwendet wird. Statt dessen werden Gutschriften auf Konten mit virtuellen Verrechnungseinheiten (sog. komplementären Währungen) verbucht, die wiederum zur Bezahlung von Dienstleistungen oder Waren berechtigen. Der Schwerpunkt liegt auf sozialen Zwecken (z.B. Nachbarschaftshilfe) oder der Nachhaltigkeit (z.B. Aufbau regionaler Wirtschaftsnetzwerke).
Der große Vorteil liegt darin, dass sich die Mitglieder des Systems gegenseitig "Kredite" gewähren können. Man spricht daher auch von gegenseitiger Kreditvergabe (Mutual Credit Systems). Man kann dadurch Leistungen finanzieren, die mit Euro nicht finanzierbar wären, da entweder das Geld dazu fehlt, oder es sich um langfristige Investitionen handelt, die aufgrund der Zinsbelastung nicht mit Euro finanziert werden können. Vor allem soziale oder ökologische Projekte haben eine sehr langfristige Rentabilität und sind schwer finanzierbar. Auch die Zeitvorsorge ist als sehr langfristige Investition zu sehen.
Derartige Systeme haben auch den Vorteil, dass sie antizyklisch zur Konjunktur wirken, d.h. in Zeiten wirtschaftlicher Rezession oder Krisen erhalten sie einen starken Zulauf und helfen der Wirtschaft wieder auf die Sprünge. In Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs nimmt das Interesse an den komplementären Systemen ab. Diese Systeme stabilisieren die Wirtschaft eines Landes, was sich in der Schweiz seit 1934 beobachten lässt (WIR-Wirtschaftsring Genossenschaft Schweiz).
Dreigliederung von TIME
TIMESOZIAL verfolgt eine funktionelle Dreigliederung:
- TIME Nachbarschaftshilfe
- TIME Zeitvorsorge
- TIME Wirtschaftsnetz
Die Dreigliederung von TIMESOZIAL in drei Module mit klar getrennten Konten entspricht auch der gewohnten Trennung im Geldbereich (Nachbarschaftshilfe = Privatkonto, Zeitvorsorge = Sparbuch, Wirtschaftsnetz = Geschäftskonto). Auf dem langfristig veranlagten Sparbuch erhalten wir höhere Zinsen (in der TIME Altersvorsorge eine rechtliche Absicherung). Einnahmen aus wirtschaftlichen Tätigkeiten (Geschäftskonto bzw. TIME Wirtschaftsnetz) müssen wir versteuern.
Um eine klare Trennung zwischen wirtschaftlichen, sozialen und Vorsorgezielen (Wirtschaftsnetz, Nachbarschaftshilfe und Zeitvorsorge) zu erreichen und steuerliche Probleme zu vermeiden, gibt es Einschränkungen für Überweisungen zwischen den Modulen. Die getrennten Module ermöglichen auch den Aufbau von Regelmechanismen, um die gezielte Steuerung und die Stabilität des Gesamtsystems zu gewährleisten. Dazu wird ein Steuerungsgremium vom Vereinsvorstand von TIMESOZIAL, den beteiligten Kommunen und Hilfsorganisationen sowie Vertretern des Wirtschaftsnetzes gebildet.
Was ist eine Zeitbank?
Das besondere an TIMESOZIAL ist, dass die Abrechnung mit Zeit und nicht mit Euro erfolgt. Für jedes Modul erhält man ein eigenes Konto. Anstatt Euro werden auf den Konten jedoch Zeitguthaben verbucht. Dies läuft ganz einfach ab: Wer anderen 1 Stunde hilft, erhält eine Gutschrift von 1 h auf seinem Zeitkonto und kann damit wieder 1 h Hilfe beziehen. Dabei ist im Privatbereich jede Arbeit gleichwertig.
Dies ist im Wirtschaftsnetz nicht möglich. Dort muss man Euro-Preise in Zeit umrechnen. Die Verrechnungseinheit ist wiederum eine Stunde Sozialzeit (Nachbarschaftshilfe bzw. Zeitvorsorge), die anfangs mit 10 Euro bewertet wird. Der Euro-Wert steigt jedoch regelmäßig, damit der Wert einer Stunde nicht durch die Euro-Inflation abnimmt (Inflationsausgleich). TIME bietet also eine "Währung" im eigentlichen Sinn des Wortes: Zeit währt dauerhaft. Wer heute 100 Stunden anspart, hat auch in 30 Jahren ein Guthaben von 100 Stunden bzw. Anspruch auf Waren und Leistungen mit konstantem Gegenwert. Damit sind TIME-Guthaben besonders sicher vor Inflation und Krisen.
